Als Reaktion auf die immer intensiveren und häufigeren Hitzewellen wird Österreich eine revolutionäre Hitzeschutzverordnung einführen, die am 1. Januar 2026 in Kraft treten soll. Diese neue Verordnung stellt einen wichtigen Meilenstein dar, der ArbeitnehmerInnen nun vor zu hohen Temperaturen bei der Arbeit im Freien schützt. Mit klaren, verbindlichen Vorgaben soll die Gesundheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern geschützt werden, die in der Vergangenheit unter Umständen ohne große Vorkehrungen und Schutzmaßnahmen einer gefährlichen Hitze ausgesetzt waren.
Die folgenden Regeln sind ab dem 1. Januar 2026 gesetzlich geschützt:
1. Erforderliche Hitzeschutzpläne:
Wenn die Temperaturen 30 Grad Celsius überschreiten, sind Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, einen Hitzeschutzplan zu erstellen. Sie müssen sicherstellen, dass die Pläne allen Mitarbeitern zugänglich sind, egal wo sie arbeiten, ob im Büro oder auf einer Baustelle. Die Pläne müssen klare und leicht zu befolgende Anweisungen enthalten, was zu tun ist, wenn ein Mitarbeiter von Hitze betroffen ist.
2. Umfang der Schutzmaßnahmen:
Die Verordnung sieht eine Hierarchie von Schutzmaßnahmen vor:
Technische und organisatorische Maßnahmen: Arbeitgeber müssen bei großer Hitze sinnvolle Maßnahmen ergreifen. Sie können die Arbeit so verlegen, dass Hitzeperioden vermieden werden, die körperliche Arbeitsintensität reduzieren, schattige Arbeitsplätze anbieten und die Arbeit nach Möglichkeit in schattige Bereiche verlegen.
Personenschutz: Wenn technische Maßnahmen allein nicht ausreichen, müssen Arbeitgeber persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung stellen. Diese sollte leichte, atmungsaktive Kleidung, Kopfbedeckung, kühlende Kleidung und hochwertigen Sonnenschutz umfassen.
3. Anforderungen an die Kühlung der Ausrüstung:
Krankabinen und selbstfahrende Arbeitsfahrzeuge müssen mit Kühl- oder Klimatisierungssystemen nachgerüstet werden. Grund dafür sind Berichte über extrem hohe, unsichere Temperaturen in diesen Geräten. Den Arbeitgebern werden Übergangsfristen eingeräumt, um diese notwendigen Nachrüstungen vorzunehmen.
4. Inspektion und Durchsetzung:
Das Gesetz gibt der Arbeitsaufsichtsbehörde die Befugnis, routinemäßige und gezielte Inspektionen durchzuführen, um sicherzustellen, dass die Unternehmen die Pläne zum Schutz der Arbeitnehmer und die Sicherheitsmaßnahmen einhalten. Wenn Unternehmen gegen das Gesetz verstoßen, müssen sie mit harten Konsequenzen und Sanktionen rechnen, die sie dazu veranlassen, dieses Gesetz ernst zu nehmen und zu beachten. Diese Konsequenzen zwingen die Arbeitgeber dazu, nicht nur reaktiv zu planen, was angesichts der Art der Hitzewellen besonders wichtig ist.
5. Gesundheits- und Wohlfahrtsbestimmungen:
Zugängliches Trinkwasser ist notwendig, und es muss von brauchbarer Qualität sein. Das bedeutet, dass es trinkbar sein und in manchen Fällen auch gut schmecken muss, denn das wird einige Arbeitnehmer dazu verleiten, am Arbeitsplatz zu trinken. Nicht alle Arbeitsplätze sind für häufige Pausen geeignet. Diese Tatsache hat uns jedoch zu der Schlussfolgerung gebracht, dass einige Arbeitsplätze dies eher begünstigen als andere. Die Gesundheits- und Sozialvorschriften müssen im Allgemeinen stärker auf die gefährlichsten Arbeitsbedingungen ausgerichtet werden.
Die Auswirkungen des Klimawandels rücken immer mehr in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Interesses. Dies gilt insbesondere für die Frage, wie sich die Veränderungen des Klimas auf die Gesundheit von Menschen auswirken, die in einer Vielzahl von Berufen arbeiten. Experten und Vertreter von Gewerkschaften schlagen Alarm und malen düstere Szenarien aus. Sie sagen, dass die sich abzeichnenden meteorologischen Veränderungen die Gesundheit von Arbeitnehmern bereits beeinträchtigt haben und in Zukunft noch stärker beeinträchtigen werden.
Befürworter betonen, dass die Art von Arbeitsplätzen, an denen wir in Innenräumen arbeiten—wie Büros, Fabrikhallen, Klassenzimmer und Gesundheitseinrichtungen—immer noch nicht ausreichend abgedeckt sind. Das neue Gesetz gilt nur für Arbeitsplätze im Freien, aber es ist nicht der einzige Schritt, der unternommen wird, um den Schutz für Arbeitnehmer in Innenräumen zu gewährleisten. Arbeitsorganisationen, die mit diesen Verbänden zusammenarbeiten, versprechen, sich weiterhin um umfassende Schutzmaßnahmen zu kümmern, unabhängig davon, wo die Menschen arbeiten.
Die Hitzeschutzverordnung wird weithin als ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und als Vorbild für andere Länder angesehen, die sich mit denselben klimabedingten Gefahren am Arbeitsplatz befassen. Sie schafft Klarheit in Bezug auf die Pflichten der Arbeitgeber und legt die Rechte der Arbeitnehmer auf Gesundheit und Sicherheit bei extremen Wetterbedingungen eindeutig fest. Sie steht auch für eine beginnende neue Ära des Arbeitsschutzes, den die Klimakrise erfordert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Hitzeschutzverordnung 2026 in Österreich die Sicherheit und die Arbeitsbedingungen von Beschäftigten, die im Freien arbeiten, deutlich verbessern wird. Dazu werden Handlungsstandards festgelegt, an die sich sowohl Arbeitgeber als auch der Staat halten müssen, um die Sicherheit der Beschäftigten zu gewährleisten. Das neue Gesetz könnte als Modell für andere Länder dienen.